Einzwei
Westfalenpost Arnsberg, 01.03.2009
Gelungener Mix aus Tanz, Musik und Videoclips – Neheimer Tanztheater begeistert Zuschauer
Einfach Klasse, echt beeindruckend. So die Zuschauermeinung nach der Vorstellung “Einzwei” des Tanztheaters im “Theater Der Bogen” in Neheim. Manuel Quero präsentierte in Zusammenarbeit mit der Tänzerin Soo-Jin Yim Heil Ausschnitte seiner Choreografien und Filme in seinem “kleinen” Theater.
“Es war sehr fesselnd und bereichert die heimische Kulturszene. Den Künstlern so nah zu sein ist einfach toll”, meinen Regina und Michael Billeke aus Niederense. Mit viel Humor und Einfallsreichtum zogen Quero und Heil die Zuschauer während der zwei ausverkauften Veranstaltungen am Wochenende in ihren Bann. Besonders als beide Tänzer Ausschnitte aus der Choreografie “Monotonos” zeigten. Eingefahrene Gewohnheiten, Alltägliches wurde aus einem vergnüglichen Blickwinkel beleuchtet. Hierbei kam es schon zu mancher affektierter Szene. “Nur durch slapstikartige Interpretationen macht man auf Monotonie aufmerksam”, meint Quero.
Ein Kurzfilm zeigt auf humorvolle Weise, wie eine Frau einen Mann zur Verzweiflung bringt. Grund: Des Mannes liebstes Kind, sein Auto. Ein weiterer Film zeigt, dass man nicht vor sich selber fliehen kann. In Ausschnitten aus der “Infantin” merkte man die Gefühllosigkeit, zwischen der Adeligen und dem Zwerg. Eingebaute witzige Passagen ließen den Zuschauer schmunzeln. Tragik und Komik liegen bei Quero eng beieinander.
“Das ist etwas Besonderes, was uns hier in der Umgebung gefehlt hat. Es gehört zum Ambiente im Bogen”, freut sich Irmgard Schwartekopp aus Hüsten. Beeindruckend bei der Präsentation waren die ausgefallenen Kostüme. Die einwandfreie Kleidung, prächtige Schminke wurde durch minimale bizarre Details belustigt. Das kam bei der Choreografie “Freneticas” zum Ausdruck. Die Ära des Barocks mit seinem drakonischen Benehmen nutzt Quero, um Missgunst und Aufgeblasenheit in amüsanter Weise darzustellen.
“Es ist beeindruckend als Mann in die Frauenrolle zu schlüpfen und so authentisch wiederzugeben. Die Vorstellung war anspruchsvoll und mit Humor unterlegt”, urteilt die Neheimerin Hildegard Dieterle. Für Renate Meinardus aus Alt-Arnsberg sind die Choreografien von Quero ein neues Element, in dem Kunst, Musik, Tanz und Videoclips vereint werden. “Einfach Klasse”. Das Publikum spendete den beiden Künstlern frenetischen Applaus. Erst nach vier Vorhängen ebbte er ab, doch die Zuschauer blieben noch sitzen und diskutierten.

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