WESTFALENPOST | Print-Ausgabe | 08.06.2010 | A. u. D. Benke
Mit der Tanztheateraufführung “SoLoS” brachte der Tänzer, Choreograph und Regisseur Manuel Quero wieder etwas Besonderes auf die Bühne des Tanztheaters “Der Bogen”.
Die bekannten Tänzerinnen Eun-Sik Park, Ines Petretta und Irene Ebel zeigten ihre Tanz-Solos mit einer Ausdruckskraft, die jede Erklärung zum Stück überflüssig machten. Kein Wunder, denn sie haben von den Großen ihres Genres wie Pina Bausch, Henrietta Horn, Daniel Goldin und Mark Zieczkarek gelernt. Ines Petretta, von den städtischen Bühnen in Münster zeigte “Stepping out” nach einer Choreographie von Eun-Sik Park. Hierbei ging es um eine kleinbürgerliche Frau, die für kurze Zeit aus ihrem spießigen Leben ausbricht und ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Dabei überzeugten nicht nur ihre tänzerische Leistung, sondern auch Mimik und Gestik.
Bei Irene Ebels Tanz ging es um die Frage “Wer bin ich, was macht mich unsicher und wiederum stark?” Ohne irgendeine Requisite, nur mit Lichteffekten, wurde einem schnell bewusst, was sie mit ihrem Auftritt ausdrücken wollte. Untermauert wurde die Darbietung von Liedern in altfranzösischer Sprache.
Künstlerin Eun-Sik Park widmete “the Wedding” ihrer Mutter. Sie “erzählte tänzerisch”, welche Gefühle koreanische Frauen vor 200 Jahren am Tag ihrer Hochzeit gehabt haben müssen. “Was erwartet mich in der Familie meines mir unbekannten Ehemannes, was gebe ich auf und wie ist der Mann zu mir. Diese seelische Befindlichkeit will ich ausdrücken”, erklärte Park.
Premiere hatte Queros eindrucksvolles Stück “Stimmen”. Seine Spezialität ist die multimediale Aufführung, bei dem Kurzfilm und Tanz verschmelzen. Schon als die rund 60 Besucher im gemütlich-familiären Tanztheater “Der Bogen” ihre Plätze einnahmen, stand er regungslos auf der Bühne und starrte auf ein Telefon. Was genau geschehen war, sah man im Video-Intro.
Handlung: Er saß im Sessel und er selbst erschien auf der Bildfläche, um sich als innere Stimme selbst auf seine Ängste und Befürchtungen aufmerksam zu machen. Nach gekonnter Verbindung ging es vom Film zum Tanz auf die Bühne, wo der innere Kampf mit sich selbst zum Tragen kam. Die Dialoge zu “Stimmen” wurden von Bogenkünstler Haimo Hieronymus geschrieben.
Die Vorstellungen am 04.06. und 05.06.2010 waren ausverkauft.

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